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SFR2000 – Der spezielle Fahrregler
für konventionelle Gleichstrombahnen

Nach dem Boom der digitalen Steuerungen von Modellbahnanlagen ist bei vielen Betreibern von analog gesteuerten  Eisenbahnanlagen immer deutlicher der Wunsch nach mehr Fahrkomfort bei konventionellem Betrieb aufgekommen. Zumal die gebräuchlichen Fahrregler immer wieder Kompromisse im Einsatz aufzwingen. In diesem  Bereich dürfte der SFR2000-Fahrregler vielen Wünschen der Modellbahner entgegenkommen.

Walter Ruch, SVEA

Durch verschiedene Ankündigungen, einerseits vom Hersteller des SFR2000, Bernd Heisswolf, und aus der Fachpresse wurde ich neugierig  und habe mir vorgenommen, diesen Regler auf der eigenen Anlage zu testen. Dabei wollte ich herausfinden, ob die versprochenen Vorteile in Bezug auf das Fahrverhalten von Triebfahrzeugen wirklich eingehalten werden.  Ich betreibe eine ziemlich grosse Modellbahnanlage, deren Kernstück ein Kopfbahnhof mit angegliedertem Bahnbetriebswerk ist. Dieses Konzept stellt an den Betrieb recht hohe Anforderungen. Auf der Anlage verkehren  Modelle verschiedenster Hersteller, und entsprechend sind auch die vielfältigsten Antriebsarten vorhanden. Es sind Fahrzeuge mit konventionellen Eisenanker- wie auch solche mit Glockenankermotoren im Einsatz, man  findet Lokomotiven mit guten Laufeigenschaften, aber auch Maschinen, die sich beim Fahren eher schwer tun, fehlen im Fahrzeugpark nicht. Also Rahmenbedingungen, die sich für einen Test eines universellen Fahrreglers  direkt anbieten.

Der Fahrregler besteht aus einem handlichen  Bedienteil und einem kompakten Leistungsteil, die mit einem Kabel verbunden sind. Dazu gehört ein Netzanschluss-Set für zwei Fahrregler. Das ist ein Transformator 230 V, der  2 x 15 V bei 2 x 2,6 A liefert. Mitgeliefert werden Sicherungsklemme, Sicherung, Netzkabel und Befestigungsmaterial. Der Netzteil wird als Bausatz geliefert und verlangt beim Auf- und  Einbau die Beachtung der nötigen Sicherheitsvorschriften (NEM 609). Zusätzlich erhältlich sind ein Montage-Set für den  Leistungsteil, Anschlussstellen für Bedienteil und zusätzliche Verbindungskabel für den Bedienteil in Längen von 1,8, 3  und 5 m. Eine integrierte Not-Stopp-Funktion bringt mit einer Kurzschlussbremse die Modelle im Ernstfall schnell zum Stehen.

Der Bedienteil ist eine echte «Walk Around Control», die sich auch während des Fahrens aus- und einstecken lässt. Für das Einrichten mehrerer Einsteckmöglichkeiten entlang der  Modellbahnanlage sind passende Anschlussstellen im Lieferprogramm. Hier haben wir bereits einen grossen Vorteil gegenüber konventionellen Fahrreglern. Das Kabel vom Regler zum  Leistungsteil ist nicht mehr an den direkten Anschluss an einer einzigen Stelle der Anlage gebunden und muss dementsprechend lang sein, sondern kann, wie von einer digitalen  Steuerung bekannt, am Ort des Geschehens eingesteckt werden. Somit reicht das mitgelieferte Verbindungskabel von 180 cm Länge in jedem Fall aus und eliminiert damit die  Stolperfallen der meist 2,5 oder 3 m langen Verbindung. Die Textanzeige und eine gut dokumentierte Bedienerführung  macht den Umgang mit dem Fahrregler einfach, mit Pfeiltasten werden die Eingabefelder ausgewählt, mit dem Drehknopf  die erforderlichen Werte eingestellt. Damit wird auch all denen, die mit Computern und Digitalsteuerungen nichts amHut haben wollen, entgegengekommen.

Der Fahrregler ist für alle Triebfahrzeuge gleichermassen geeignet. Man muss keine Rücksicht mehr auf die  Motorisierung des zu steuernden Antriebs nehmen. Es können sowohl Eisenankermotoren mit einer Impulssteuerung gespiesen werden, für Glockenankermotoren, für die Impulse schädlich sind, steht aber eine reine  Gleichstrom-Versorgung zur Verfügung. Für beispielsweise nicht optimal laufende Fahrzeuge kann zusätzlich ein Mix  Impulse/Gleichspannung eingestellt werden. Im Klartext heisst das, dass zum Anfahren Impulse verwendet werden, bei  höheren Drehzahlen wird der Motor dann mit Gleichspannung versorgt. Wann welche Spannung verwendet werden soll,  ist in der Bedienungsanleitung gut verständlich beschrieben. Eigene Versuche haben ergeben, dass mit ein wenig Experimentieren – was jedem Benutzer des Reglers empfohlen sei – optimale Ergebnisse in  Bezug auf schonende Behandlung der Motoren, Langsamfahreigenschaften und eine feinfühlige Regelung erreicht werden können. Die Ausgangsleistung beträgt 12 V/ 1,5 A,  selbstverständlich ist der Ausgang dauerkurzschluss- und rückspannungssicher. Zum Betrieb wird ein Netztransformator (15 V/2,6 A) benötigt. Zusammengefasst sind folgende  Einstellungen je Triebfahrzeug möglich: Gleichstrombetrieb, Impulsbetrieb, SFRspezial (Mix Impuls/Gleichspannung), Impulsfrequenz, Beschleunigungszeit, Bremszeit und Name des  Triebfahrzeugs. Diese Einstelldaten können für 255 verschiedene Fahrzeuge eingestellt und gespeichert werden. Somit kann jedes Modell auf der Anlage optimal betrieben werden.

Wie baue ich den Regler ein und was kann ich nun alles machen mit diesem Fahrgerät? Das ist sicher die Frage, die  sich jeder Modellbahner stellt, bevor er sich zu einem Kauf entschliesst. Um diese Fragen beantworten zu können, habe  ich mich entschlossen, den SFR2000 gründlich zu testen. Der Regler wird als Bausatz geliefert, das Zusammenbauen  und Anschliessen an die Anlage bietet absolut keine Schwierigkeiten. Ich brauchte vom Auspacken bis zum  betriebsfertigen Einbau ungefähr eine Stunde. Die ganze Einheit wird lediglich mit zwei Drähten (Fahrstrom) an der  Anlage angeschlossen. Eingesetzt habe ich ihn im Kopfbahnhof, da ich auf diesem Anlagenteil alle Bedingungen fand,  die für einen Test nötig sind. Die Ergebnisse sind durchwegs positiv ausgefallen. Über einen Einsatz auf der Strecke  brauchen wir im Moment nicht gross zu diskutieren. Das kann jeder einigermassen brauchbare Fahrregler. Einzig die  voreinstellbare Höchstgeschwindigkeit hat der SFR2000 den andern Fahrreglern voraus. Das heisst jedoch nicht, dass ich  in einem spätern Zeitpunkt diese Anlagenteile nicht auch über diesen Regler steuere. Was im Bahnhofsbereich sicher ins  Gewicht fällt, sind die hervorragenden Langsamfahreigenschaften, die durch optimales Einstellen der Lok-Daten erreicht  werden können. Sie lassen bei Rangiermanövern ein praktisch millimetergenaues Fahren zu. In einem Kopfbahnhof heisst  das, dass Lokomotiven so sanft an den Zug gefahren werden können, ohne dass die am Kopf abgekuppelte Lok wieder  angehängt wird. Genaue Kupplungsjustierung ist jedoch Bedingung. Für den Einsatz der Dampflokomotiven habe ich die  Möglichkeit, die Höchstgeschwindigkeit für Vor- und Rückwärtsfahrt sowie auch für den ganzen Bahnhofsbereich  einzugeben. Durch Einstellen der Beschleunigungszeit habe ich sogar die Möglichkeit, dass bei der Ausfahrt auf die  Strecke die vorgewählte Streckengeschwindigkeit erreicht ist und in der Regel der Wechsel in den andern Stromkreis  fliessend stattfindet. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die in keiner Betriebsanleitung zu finden sind, den  Fahrregler zu nutzen. Zum Beispiel kann ich beim Anfahren im Bahnhof Zugslasten simulieren, so dass ein schwerer Güterzug entsprechend langsam auf Touren kommt. Abschliessend möchte ich noch bemerken, dass auch ohne  Voreinstellungen von Brems- und Anfahrzeiten oder Höchstgeschwindigkeiten, sondern nur durch die Wahl der geeigneten Stromart für ganze Fahrzeuggruppen manuell über das Reglerrad die überzeugenden Fahreigenschaften  genutzt werden können. Und das ist meines Erachtens eine der wichtigsten Eigenschaften, die im Betriebstellenbereich  (Bahnhof, Betriebswerk, Vorfeld usw.) ein Fahrregler haben muss. Hier enttäuscht der SFR2000 nicht, und das macht ihn denn auch zu einem universell einsetzbaren Gerät für die analoge Zugssteuerung.

Fazit: Der SFR2000 ist ein Fahrregler, bei dem für einen gut funktionierenden Fahrbetrieb auf einer konventionell  gesteuerten Anlage keine Wünsche offen bleiben. Eines darf jedoch nicht vergessen werden, der SFR2000 ist keine  Mehrzugssteuerung, sie bietet lediglich einen sehr hohen Fahrkomfort. Man hat die Wahl, für jede Betriebsart die  geeignete Programmierung vorzusehen oder wie gesehen den besonderen Verhältnissen der Anlage anzupassen. Beim  Einsatz mehrerer Lokomotiven ist es nötig, die einzelnen Einstellungen und entsprechenden Funktionen (z.B mit/ohne  Last) für die verschiedenen Fahrzeuge aufzulisten und als Fahrdienstleiter oder Lokomotivführer abzuarbeiten. Die  Mehrarbeit hält sich jedoch in Grenzen, es ist lediglich die entsprechende Position am Regler anzuwählen. Einzig für das  Eingeben der Daten muss man sich die nötige Zeit nehmen; hier empfiehlt es sich, die einzelnen Positionen  aufzuschreiben. Das kann bei einem allfälligen Neuprogrammieren sehr hilfreich sein. Das ganze System wird vom  Entwickler, Bernd Heisswolf, weiter ausgebaut und verspricht noch einiges für die Zukunft. Es geht vom SFR2000  Memory, das es ermöglicht, die Daten von einem SFR2000 zum andern zu übertragen, über den SFR2000 Synchro für  die Synchronisierung der Ausgangsimpulse mehrerer SFR2000 bis hin zur Möglichkeit, mit einem Editierprogramm die Daten in einen PC einzugeben und zu verwalten. Ich denke, dass ich über die Weiterentwicklung dieses  zukunftsträchtigen Reglerprogramms zu gegebener Zeit wieder berichten werde.

ZumSchluss noch ein paar Worte zu den Kosten dieses Reglers. Eine Grundausrüstung, bestehend aus Leistungsteil,  Bedienteil und Verbindungskabel, kostet 145,–, der Transformator dazu (230 V, 2 x 15 V, 2x 2,6 A) mit Sicherungsklemme, Sicherung, Netzkabel und Befestigungsmaterial 25,–. An dieses Netzteil können zwei Bedienteile  angeschlossen werden. Zudem können verschiedene Zubehörteile wie Verteilerstecker oder Verbindungskabel in diversen Längen bezogen werden. Die Preise verstehen sich ohne Versandkosten.

Veröffentlichung mit freundlicher Genemigung von Walter Ruch

99 7203 der UEF am 27.09.2015 in Amstetten

 

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